17.01.2014 Carl-Bosch-Gymnasium

Am Freitag, 17.01.2014, präsentierten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 (Kurs ev. Religion) des Carl-Bosch-Gymnasiums im Foyer die Infotafeln zu Mayer Nathan Händler und Nathan Schweid Nord.
Für die beiden ehemaligen Schüler jüdischen Glaubens an der früheren Oberrealschule waren am 28.10.2013 zwei Stolpersteine verlegt worden. Als Jugendliche konnten beide noch rechtzeitig aus Ludwigshafen nach Palästina fliehen und überlebten. Mit Textcollagen, einem Hörbeitrag des SWR2 und biografischen Hinweisen gestalteten die Schülerinnen und Schüler die kleine Gedenkfeier.

 

„Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie"

19.2.2014, 19 Uhr, VHS im Bürgerhof Ludwigshafen
Dokumentarfilm mit anschließendem Filmgespräch

Die Volkshochschule der Stadt Ludwigshafen präsentiert in Kooperation mit dem Arbeitskreis „Ludwigshafen setzt Stolpersteine“ am Mittwoch, den 19. Februar um 19.00 Uhr im Vortragsaal der VHS im Bürgerhof den Dokumentarfilm „Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie“. Die beiden Berliner Filmemacher Peter Haas und Silvia Hozinger werden anwesend sein und im Anschluss das Gespräch mit dem Publikum moderieren.

Dass sein Großvater 1942 in Buchenwald ermordet wurde, erfuhr Peter Haas als Kind, jedoch nicht von seinem Vater, der meistens schwieg und der sich bis heute an fast nichts erinnern kann. In seiner Familie gab es keine Familienfeste, keine Goldene Hochzeit, keine Einladung zum 80. Geburtstag. Ihn hat der jüdische Großvater jedoch nie wieder in Ruhe gelassen, und so hat er sich auf die Suche gemacht, nach dem letzten Juden in seiner Familie.

In Archiven haben Haas und seine Partnerin Silvia Holzinger das Leben des Großvaters vor 1933 rekonstruiert. Peter Haas wollte, dass auch seine Cousinen und Cousins diesen Großvater anders kennenlernen und hat versucht, ihn in die Familie zurückzuholen. Dafür hat er seine Generation – alle sind zwischen 40 und 50 – aufgesucht und vor die Kamera gebeten, zehn verstreut lebende Enkel.
Der dabei entstandene Film dokumentiert scheinbar unvereinbare Positionen, die das Monströse erahnen lassen, welches bis heute auf uns wirkt. Erzählt wird keine lineare Geschichte, der Film porträtiert seine Protagonisten weitgehend unkommentiert, indem er ihren Widerstand, die Widersprüche, ihre Einfälle wie ihre Vorstöße zulässt.

Eine deutsche Familie beginnt offen über ihre Herkunft nachzudenken und gelangt zu verblüffenden Einsichten zu Deutschland und den Deutschen, ohne erneut die Einteilung in Opfer und Täter zu strapazieren. Es gelingt ihr, ein Stück Vater-Land für sich zurück zu gewinnen.

"Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie"von Peter Haas und Silvia Holzinger, GER/AUT 2013, 66 Min.www.der-juedische-grossvater.de

Veranstaltungen September 2014

Koffer gepackt und überlebt

Theater im Pfalzbau, Gläsernes Foyer
Sa, 20.9.2014, 19.30 Uhr
Lesung mit Hansgünther Heyme
in Anwesenheit von Judith Rhodes

"Koffer gepackt und überlebt. Doch meine Mutter kam nie nach Ludwigshafen zurück"

Montag, 22.09.2014 um 19:30 Uhr, Turm33 Lutherkirche
Monika Kleinschnitger im Gespräch mit Judith Rodes (England), Tochter von Ursula Michel, die 1939 mit einem Kindertransport nach England kam und somit den Holocaust überlebte. Im Anschluss der Dokumentarfilm: „Koffer gepackt und überlebt“. Ein Film von Kristina Förtsch und Christian Schega.

Gelungene Filmpremiere "Koffer gepackt und überlebt - Das Leben der Ursula Michel"

13.05.2014 Stolpersteinverlegung mit Julia Neigel

Zum achten Mal wurden am Dienstag, 13. Mai 2014, Stolpersteine in Ludwigshafen verlegt. An sechs Verlegeorten ließ Gunter Demnig 21 Steine in das Ludwigshafener Pflaster ein.

Prominente Unterstützung erhielt der Arbeitskreis "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" von Julia Neigel, der bekannten Rocksängerin. Sie nahm an der Verlegung zweier Stolpersteine in der Bismarckstraße 78 teil und erinnerte an das Schicksal von Heinrich und Eugenie Hirsch. Julia Neigel beherrscht die lauten und die leisen Töne – eher nachdenklich war ihr Beitrag zur Erinnerung an die beiden. „Stolpersteine bringen die Erinnerung an das Schicksal der Menschen zurück nach Ludwigshafen“, so Julia Neigel. „Da bin ich dabei und unterstütze die aktive Erinnerung“.

Heinrich Hirsch (geboren 1874) hatte gemeinsam mit seinem Halbbruder Max ein Geschäft für Leder- und Polsterwaren in der Ludwigshafener Innenstadt betrieben. Heinrich und seine Frau Eugenie wurden ausgegrenzt, entrechtet, enteignet und am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs deportiert. Er starb am 26.4.1943 im Lager Noé, Eugenie wurde 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

-> Bilder vom 13.05.2014

„Nachgegangen. Auf den Spuren der Freireligiösen in Ludwigshafen.”

Sonntag, den 30. März 2014, 13.00 Uhr

Stolperstein-Spaziergang
Start: Johannes-Ronge-Haus, Wörthstraße 6 a, 67059 Ludwigshafen

Zu Fuß oder mit dem Rad konnte man schon mit der Freireligiösen Gemeinde Straßen, Plätze und Orte in Ludwigshafen aufsuchen, die an bedeutende freireligiöse Personen erinnern, vor allem an solche, die in Ludwigshafen bzw. der Pfalz selbst wirkten.

Nun hat Landessprecherin Renate Bauer aus diesen Touren eine Broschüre zu allen Ludwigshafener Orten mit Bezug zu freireligiösen Personen erstellt.

Gegliedert nach Rundgängen und -fahrten durch Ludwigshafen kann man dabei auch die Stadt selbst kennenlernen. Die Broschüre kann bei der Geschäftsstelle gegen einen Unkostenbeitrag von 5 Euro erworben werden.

Die Teilnahme an dem Rundgang am 30. März ist kostenfrei. Der Rundgang führt zu den Stolpersteinen, die freireligiösen Persönlichkeiten gewidmet sind, die im Dritten Reich verfolgt wurden.

Verein "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" e.V. gegründet

-> Pressemeldung

Am 16. Dezember 2014 konstituierte sich "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" als eingetragener und gemeinnütziger Verein. Mit der Vereinsgründung geben sich die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter im Arbeitskreis, der bisher unter dem Dach der Initiative Lokale Agenda Ludwigshafen 21 arbeitete, eine neue Rechtsform und stellen sich damit neu auf.

Zum Gründungsvorsitzenden wurde Gerhard Kaufmann gewählt. Ihm stehen die beiden Stellvertreterinnen Monika Kleinschnitger und Doris Diamant zur Seite. In die Vorstandsposition des Schatzmeisters wurde Johannes Graßl und als Schriftführerin Liz Schimanski gewählt. Renate Bauer wird als weiteres Vorstandsmitglied fungieren. Als großen Vertrauensbeweis wertete der Gründungsvorstand, dass alle Vorstandsmitglieder einstimmig gewählt wurden.

Der neue Verein „Ludwigshafen setzt Stolpersteine“ will klassisch gemeinnützige Ziele verfolgen: Der Vereinszweck ist das Gedenken und Erinnern an Verfolgte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Dies soll insbesondere verwirklicht werden durch die weitere Verlegung von „Stolpersteinen“ des Künstlers Gunter Demnig im öffentlichen Raum. Weiterhin steht die sorgfältige Erforschung und Dokumentation des Schicksals der NS-Opfer im Mittelpunkt, insbesondere durch das Einbeziehen von Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern Ludwigshafener Schulen. Die Aufnahme von Kontakten zu Angehörigen oder Bekannten der Personen, an die durch die Stolpersteine erinnert wird, bleibt eine wichtige Aufgabe, da die vielen Anfragen aus verschiedenen Ländern der Welt die Notwendigkeit dieser Erinnerungsarbeit unterstreichen. Durch die Konzeption und die Förderung von Ausstellungen, Seminaren, Lehr- und Lernmaterialien sowie Gedenkveranstaltungen will der Verein  gerade junge Menschen dazu motivieren, sich mit den Biografien von Ludwigshafenern auseinanderzusetzen, die von den Nazis ermordet oder vertrieben wurden. „Ludwigshafen setzt Stolpersteine“ bleibt damit Garant dafür, dass nachhaltig an diese Schicksale erinnert wird.