Jüdisches Leben: Einladung zu einem Rundgang

Mitglieder des Arbeitskreises "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" haben maßgeblich daran mitgearbeitet, und der Arbeitskreis hat sich finanziell daran beteiligt: Im Spätjahr 2009 sind die zwei ersten Broschüren "Jüdisches Leben - Einladung zu einem Rundgang" erschienen: Nr. 1 widmet sich LU-Ruchheim, Fußgönheim und Mutterstadt. Nr. 2 basiert auf dem Konzept "Sabbatweg" und auf den Recherchen von Altdekan Dr. Borggrefe und beschreibt Orte jüdischen Lebens in der Ludwigshafener Innenstadt. Die Broschüren kosten 3,00 bzw. 2,50 Euro und sind im Buchhandel, über den Llux-Verlag und über den Arbeitskreis erhältlich.

13 Porträts - 13 Schicksale

Die dritte Broschüre des Vereins "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" ist als Begleitheft zur Ausstellung erschienen. Sie beschreibt und dokumentiert 13 Biografien von Menschen, für die in Ludwigshafen Stolpersteine verlegt wurden. Jeweils auf einer Doppelseite mit Bild und Text werden die Lebensgeschichten anhand von Quellen dargestellt.

Preis: 3,- Euro

Der Baumeister Ludwigshafens

Monographie über Markus Sternlieb

Wie kein anderer hat Markus Sternlieb das Erscheinungsbild Ludwigshafens bis in die heutige Zeit geprägt. Im Auftrag der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GAG, deren erster technischer Vorstand Sternlieb war, hat Stadtarchivar Dr. Stefan Mörz eine Monographie des lange Zeit in Vergessenheit geratenen Architekten verfasst, mit der dessen Lebenswerk gewürdigt wird.

Das Buch "Der Baumeister Ludwigshafens: Markus Sternlieb" wurde am 13. Juni in Anwesenheit des Enkels von Markus Sternlieb, Marc Heilbrunn, der Öffentlichkeit vorgestellt. Gemeinsam mit OB Dr. Eva Lohse würdigte auch GAG-Vorstand Ernst Merkel das Leben Sternliebs. Beide hoben hervor, dass es ein besonderes Zeichen des Vertrauens sei, dass die Familie Sternliebs weiter enge Kontakte nach Ludwigshafen halte.

Für die "Neue LU" blickte Dr. Stefan Mörz auf das Wirken Sternliebs: "Oberbaudirektor Markus Sternlieb ist zweifelsohne einer der wichtigsten Gestalter Ludwigshafens. Ganze Viertel der Stadt tragen heute noch seinen Stempel und gehören zum Besten, was sie architektonisch zu bieten hat.

Dabei stammte Sternlieb aus einer ganz anderen Welt. Geboren 1877 als Sohn eines wohlhabenden deutsch-jüdischen Kaufmanns im rumänischen Braila, führte ihn der Weg wie viele Juden aus den offen antisemitischen Balkanstaaten nach Westen. Er studierte in München und Darmstadt und engagierte sich in der zionistischen Bewegung. Obwohl nicht sehr religiös, war ihm seine jüdische Identität offenbar wichtig. 1905 übernahm Sternlieb die Bauaufsicht des jungen Ludwigshafen. Schon bald erhielt er prestigeträchtige Bauaufträge. Seine Werke fanden höchstes Lob – aber auch hämische Kritik durch diejenigen, die er mit seinem Talent verdrängt hatte. 1913 wurde er offiziell Leiter des Hochbauamts. Damals errichtete er das Stadthaus Nord und die Rheinschule.

Markus Sternlieb ist ein Stolperstein vor dem Verwaltungsgebäude der GAG in der Wittelsbachstraße gewidmet.

Die Schulradiogruppe breäkradio berichtet über Stolpersteine in Ludwigshafen

2009 berichtete das breäkradio, die Schulradiogruppe der Anne-Frank-Realschule in Ludwigshafen, über Stolpersteine und über das Schicksal von Cilly Bergmann, für die am 26. März 2009 in der Bismarckstraße 108 ein Stolperstein verlegt worden war.

Die breäkradio-Gruppe hatte für den Stolperstein gesammelt und z. B. durch eine Waffelbackaktion in der Schule die Verlegung finanziert.

-> Abruf der Audiodatei