Johanna Bähr geb. Jacob, Ludwigshafen-Ruchheim

Johanna Bähr geb. Jacob

HIER LEBTE
JOHANNA BÄHR
GEB JACOB
JG. 1885
DEPORTIERT 22.10.1040
GURS
AUSCHWITZ
ERMORDET 16.9.1942

StolpersteinstraßeMutterstadter Str. 16
StolpersteinortLudwigshafen-Ruchheim
Jahr der Verlegung2008
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameBähr geb. Jacob
VornameJohanna
Geburtstag26.06.1885
GeburtsortDörnbach bei Rockenhausen
FamilienstandVerheiratet mit Heinrich, ein Sohn Kurt, eine Tochter Ida
Beruf
SchicksalDeportation nach Gurs, später nach Auschwitz
Sterbedatumunbekannt
SterbeortAuschwitz

Biographie

Johanna Bähr wurde am 26. Juni 1885 als Johanna Jacob in Dörnbach geboren. 1906 heiratete sie den Ruchheimer Heinrich Bähr, geboren am 9. April 1878.  

Kurt Kreiselmaier, ehemaliger Ortsbürgermeister von Ruchheim, erinnerte sich: „Heinrich Bähr besaß in der Mutterstadter Straße 16 ein Textilwarengeschäft. Er war oft unterwegs, um in der Umgebung mit Textilwaren seine Kunden zu besuchen. In der Osterzeit handelte er mit Mazzen (das ist ungesäuertes Fladenbrot zum jüdischen Passahfest; jiddisch ›mazze‹; hebräisch ›mazza‹). Sie wurden von Juden und Christen gekauft.”

Heinrich und Johanna Bähr hatten zwei Kinder. Ihr Sohn Kurt wanderte 1921 nach Amerika aus. Ihre jüngere Tochter Ida heiratete nach Lambsheim in ein Textilwarengeschäft ein.

Das Ehepaar Bähr nahm zu den eigenen Kindern noch die 1902 geborene Luise auf, eines von sieben Kindern der Ruchheimer Familie Renner, die in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen lebte. Sie zogen das Mädchen wie ihr eigenes Kind groß.   

Am 12. April 1938 verzogen Heinrich und Johanna Bähr von Ruchheim nach Mannheim in den Luisenring 4. Auch ihre Tochter Ida zog von Frankenthal zu ihnen.

Am 22. Oktober 1940 wurden Johanna Bähr, ihr Ehemann Heinrich und ihre Tochter Ida Lang, geborene Bähr, von Mannheim in das Lager Gurs in Südfrankreich ¬deportiert und am 16. September 1942 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz transportiert. Später wurden sie für tot erklärt. Sie gelten als verschollen.

Willi Kern, Ruchheim 2008