Jakob Rummer, Ludwigshafen

Jakob Rummer

HIER WOHNTE
JAKOB RUMMER
JG 1903
VERHAFTET 1933
GEFÄNGNIS LUDWIGSHAFEN
ZULETZT 1937
DACHAU
1943 STRAFBATAILLON 999
ÜBERLEBT

StolpersteinstraßeValentin-Bauer-Str. 5
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2012
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameRummer
VornameJakob
Geburtstag6. Juli 1903
GeburtsortLudwigshafen
Familienstandverheiratet
BerufElektriker
Schicksal
Sterbedatum12. Dezember 1997
SterbeortLudwigshafen

Biographie

Jakob Rummer wurde am 6. Juli 1903 als 14. Kind einer Arbeiterfamilie in Ludwigshafen am Rhein geboren. Er lernte Elektriker, wurde 1920 Mitglied im „Deutschen Metallarbeiterverband“. 1930 trat er der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. Nachdem Hitler 1933 an die Macht kam, beteiligte er sich an vielen Flugblattaktionen gegen das Regime, wofür er mehrere Male in Schutzhaft geriet. 1935 wurde er zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und nach seiner Haft 1936 ins KZ Dachau gebracht, wo er mit anderen Genossen eng zusammenarbeitete, bis er 1939 entlassen wurde. Nach seiner Entlassung musste er sich täglich bei der Ludwigshafener Polizei melden, und er fand wieder Arbeit in seinem alten Beruf als Monteur. Nun konnte er sich erneut mit Kameraden treffen,
unter anderem mit Verbindungspersonen zur „ Lechleitergruppe“. Die Gerichtskosten in Höhe von 547,62 Reichsmark, damals ein Vermögen, wurden Jakob Rummer vom Lohn gepfändet. Als der Widerstand nicht nachließ, wurden Mitglieder vor allem in Ludwigshafen verfolgt und inhaftiert. Rummer kam 1943 ins Strafbataillon 999. Hier baute sich Rummer eine Widerstandsgruppe auf, die sich gegenseitig motivierte und so überlebten viele das Strafbataillon. Er wurde nach Griechenland verlegt und nach der Teilkapitulation von den Engländern in ein ägyptisches Lager gebracht, wo er bis Januar 1947 bleiben musste. Im Juli
kehrte Rummer zurück nach Deutschland. Er bekam sofort Arbeit, engagierte sich als Betriebsratsvorsitzender und im Vorstand der Innungskrankenkassen. Er blieb aktiv bei der Kommunistischen Partei (zuerst KPD, danach DKP). Mit Eintritt in den Ruhestand gab er seine Ämter auf. Bis ins hohe Alter hielt er Vorträge über seine Erfahrungen im Widerstand KZ und Strafbataillon, vor allem bei Jugendgruppen. Jakob Rummer starb am 12. Dezember 1997 im Alter von 94 Jahren.

Felix Mayer