Rosa Fürst, geb. Mager, Ludwigshafen

Rosa Fürst, geb. Mager

HIER WOHNTE
ROSA FÜRST
GEB, MAGER
JG. 1886
AUSGEWIESEN 28.10.1938
NACH ZBASZYN/POLEN
TOT

StolpersteinstraßeGoethestr. 15
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2010
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameFürst, geb. Mager
VornameRosa
Geburtstag5. Juli 1886
GeburtsortCieszanow, Polen
FamilienstandVerwitwet, fünf Kinder: Moses, Regina, Sammy, Martin und Hella
Beruf
SchicksalAm 28. Oktober 1938 mit 165 anderen polnischen Juden aus Ludwigshafen nach Zbaszyn deportiert, weiteres Schicksal unbekannt, verschollen
Sterbedatumunbekannt
Sterbeortunbekannt

Biographie

Rosa Fürst, geborene Mager, wurde am 5. Juli 1886 geboren. Nach Ludwigshafen kam sie aus dem polnischen Cieszanow mit ihren fünf Kindern Moses (geb, 1906), Sammy (geb. 1908), Hella (geb. 1910), Martin (geb. 1912) und Regina (geb. 1914).
Sie kam nach Ludwigshafen allein, ohne ihren Ehemann Leo. Dieser war möglicherweise in Polen bereits verstorben. In Ludwigshafen hatte Rosa Fürst noch weitere Familienangehörige und erwartete ein Auskommen für sich und ihre Kinder zu finden. Und das ging eine ganze Weile gut. Moses, der auch Moritz genannt wurde, betrieb in Ludwigshafen einen Wäschekleinhandel in der Goethestraße
Ihr Sohn Martin konnte zum Beispiel in Ludwigshafen seine Berufsausbildung beenden. Sie wohnte in der Maxstraße, später in der Goethestraße 15. Glücklicherweise gelang 1936 drei der fünf Kinder mit viel Anstrengung die Auswanderung nach Palästina. Sammy, Hella und Martin konnten in Palästina Familien gründen. Die Tochter Regina heiratete und ging nach Berlin. Im Januar 1943 wurde aber Regina aus Berlin nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Mutter Rosa Fürst blieb mit ihrem Sohn Moses in Ludwigshafen. Sie gehörte zu den 166 Juden aus Ludwigshafen, die als polnische Staatsangehörige angesehen wurden. Diese 166 Menschen wurden in der Nacht des 28. Oktober 1938 aus dem Schlaf gerissen und aufgefordert, ein paar Habseligkeiten zusammenzupacken. Sie wurden in Eisenbahnwaggons verfrachtet. In Deutschland waren sie nicht mehr erwünscht, aber auch die polnischen Behörden wollten sie nicht. Schließlich wurden sie in Zbaszyn eingelassen. Moses´ jüngere Schwester Regina, inzwischen verheiratete Zalcman, verschlug es nach Berlin. Von dort wurde sie im Januar 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet.  Über das weitere Schicksal von Mutter und Sohn Fürst ist nichts bekannt. Rosa Fürst scheint wieder nach Cieszanow gezogen zu sein. Moses muss es im Juni 1939 noch einmal geschafft haben, die Familie Mager zu besuchen.  Danach verliert sich die Spur. Die im heutigen Israel lebenden Geschwister haben nie wieder etwas von Mutter und Bruder gehört.

Auskunft der überlebenden Nachkommen aus Israel, 2010