Rudolf Goldmann, Ludwigshafen

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BIS 10.11.1938
RUDOLF GOLDMANN
JG. 1924
FLUCHT 6.5.1939
BRASILIEN
ÜBERLEBT

StolpersteinstraßeJaegerstr. 7
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2007
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameGoldmann
VornameRudolf
Geburtstag29. April 1924
GeburtsortLudwigshafen
Familienstandverheiratet mit Ottilia Luzia Richter, Tochter Caroll geb. am 4. September 1970, Sohn Alfredo geb. am 26. Oktober 1972
BerufIngenieur
SchicksalEmigration mit den Eltern am 6. Mai 1939 nach Brasilien
Sterbedatum22. August 1986
SterbeortToronto, Kanada

Biographie

Rudolf Goldmann wurde am 29. April 1924 als zweiter Sohn des Ehepaares Alfred und Grete Goldmann geboren. Sein Vater war Inhaber der Kaffeegroßhandlung J. Scharff. Sein älterer Bruder Franz, geboren 1921, ist schon 1935 nach Palästina ausgewandert, näheres ist nicht  bekannt.

Goldmann wurde 1934 in die Ludwigshafener Oberrealschule an der Jaegerstraße, das heutige Carl-Bosch-Gymnasium, eingeschult. Noch 1938 war er als Achtklässler an der Schule – als letzter jüdischer Schüler überhaupt. Nach der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 wurde ihm der weitere Schulbesuch untersagt.

Schon 1934 waren Immobilien der Familie zwangsverkauft worden, 1936 musste Vater Alfred Goldmann auch sein Geschäft aufgeben.

Nach der Reichspogromnacht wurde Alfred Goldmann verhaftet und sechs Wochen lang im KZ Dachau festgehalten. Freigelassen wurde er, weil er Frontkämpfer und Träger des Eisernen Kreuzes im ersten Weltkrieg war, vor allem aber, weil die geplante Auswanderung der Familie nach Brasilien unmittelbar bevorstand.

Am 6. Mai 1939 schließlich bestieg Rudolf Goldmann mit seinen Eltern in Le Havre das Schiff nach Belo Horizonte, Brasilien.

Goldmann heiratete später Ottilia Luzia Richter und wurde zweifacher Vater. Über sein Leben in Brasilien ist wenig bekannt. Er starb 1m 22. August 1986 in Toronto, wo er als Ingenieur für Industrieroboter tätig war.

Anlage: Brief von Rudolf Goldmann an Roland Paul über seine Erlebnisse während der Nazizeit (pdf)

Recherchen von Schülern des Carl-Bosch-Gymnasiums, Stand 2008