Oskar Händler, Ludwigshafen

Oskar Händler

HIER WOHNTE
OSKAR HÄNDLER
JG. 1909
ABGESCHOBEN 1938
BENTSCHEN/ZBASZYN
IM WIDERSTAND
IN POLEN
ÜBERLEBT

StolpersteinstraßeMundenheimer Str. 245
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2011
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameHändler
VornameOskar
Geburtstag21. Juni 1909
GeburtsortLudwigshafen
FamilienstandSohn von Viktor und Dvora Händler, Geschwister Selma, Hermann, Simon, Max, Bob und Hugo
BerufFunktionär
SchicksalAm 28. Oktober 1938 nach Polen deportiert, verhaftet und nach Sibirien gebracht, später Usbekistan und wieder Polen
Sterbedatum24. November 1978
SterbeortIsrael

Biographie

Oskar Händler wurde am 21. Juni 1909 in Ludwigshafen geboren. Er engagierte sich schon früh für die zionistische Organisation „HechaIuz“. Im Oktober 1936 berief ihn deren Zentrale nach Berlin, wo er die Inlands-Ausbildung übernahm. Im März 1938 wurde er dort von SA-Schlägertrupps misshandelt, es drohte seine baldige Verhaftung. Händler verließ Berlin und versteckte sich in seiner Heimatstadt Ludwigshafen und in Mannheim, wo er jedoch entdeckt und am 28. Oktober 1938 mit den weiteren polnisch-stämmigen Juden nach Zbaszyn (Polen) deportiert wurde.
Dort setzte sich Oskar Händler umgehend für die Deportierten ein und versuchte, deren Auswanderung zu organisieren. So versuchte er auch vergeblich, seinen 83-jährigen Großvater Leib Moses Händler und seine Tante Dobre Hinde Nord aus der Internierung in der früheren Heimat Galizien zu befreien. Er arbeitete dann am Aufbau der Organisation in Warschau.
Nach dem deutschen Überfall auf Polen floh er nach Osten in den sowjetisch besetzten Teil, wo er in Lemberg wieder Hilfe organisierte. Dort wurde Händler im Herbst 1940 mit seiner Schwester Selma verhaftet und nach Sibirien verschickt.
Seine Spur findet sich wieder 1941 in Usbekistan. Von dort reiste er nach Polen und war nach dem Krieg 1945 wieder in Deutschland, wo er erneut Flüchtlinge betreute. 1949 wanderte er nach Israel aus. Dort war Oskar Händler maßgeblich am Aufbau des „Kibbuz der Ghettokämpfer“ (Lochamei Hagetaoth) und eines Kibbuz-Kunstinstituts beteiligt.
Bis zu seinem Tod am 24. November 1978 war er unermüdlich für seine Mitmenschen im Einsatz.

Auskunft seiner Nichte Doris Diamant-Siebert, Frühjahr 2011