Georg Hüter, Ludwigshafen-Oppau

Georg Hüter

GEORG HÜTER
JG. 1870
ERSCHOSSEN IM
WIDERSTAND
GEGEN NS-BESETZUNG
DES RATHAUSES
10. MÄRZ 1933

StolpersteinstraßeEdigheimer Str. 26
StolpersteinortLudwigshafen-Oppau
Jahr der VerlegungOppau
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameHüter
VornameGeorg
Geburtstag31. März 1870
GeburtsortBockenheim/Frankfurt
Familienstandverheiratet
BerufSpengler
Schicksalerschossen von Nationalsozialisten
Sterbedatum10. März 1933
SterbeortOppau (heute Ludwigshafen-Oppau)

Biographie

Der Arbeitersohn Georg Hüter erlernte nach dem Besuch der Volksschule das Spenglerhandwerk. Auf seiner Gesellenwanderung war er 1888 als 18-Jähriger ins damals selbstständige Oppau gekommen und ließ sich nieder. Er heiratete und gründete eine Familie.

Ab 1902 wurde Hüter als Mitglied der SPD geführt. Hüter engagierte sich in der Arbeitersportbewegung und war in der Turnabteilung des xxxxx aktiv.
1925 trat der Spengler außerdem dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold bei, der „Kampftruppe“ der Sozialdemokraten zur Verteidigung der demokratischen Errungenschaften der Weimarer Republik.

Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933, die trotz der Machtergreifung der Nationalsozialisten noch halbwegs demokratisch über die Bühne gegangen war, hatte die SPD in der Stadt Oppau noch Stimmen zugelegt (von 36,6 Prozent auf 38,5 Prozent) und die NSDAP (30,3 Prozent) weit hinter sich gelassen. Am 10. März jedoch stürmten SA- und SS-Leute auch hier wie fast überall in Bayern das Rathaus und versuchten die Hakenkreuzfahne zu hissen. Georg Hüter war in der Menschenmenge, die schnell im Zentrum zusammengelaufen war. Es gab ein Gerangel zwischen dem sozialdemokratischen Bürgermeister und einigen Helfern mit den Nationalsozialisten um die Fahne. Hüter versuchte dann, von der Rathaustreppe aus die aus dem Fenster hängende Hakenkreuzfahne herab zu ziehen. Einer der braunen Schergen gab daraufhin drei Schüsse auf den Reichsbannermann ab. Der 63-Jährige starb auf den Stufen zum Rathaus.         
Schon seit 1953 erinnert am Oppauer Rathaus eine Gedenktafel an Georg Hüter. Außerdem wurde der Platz vor dem Rathaus nach dem Sozialdemokraten benannt. An seinem Grab auf dem Oppauer Friedhof wurde 1956 ein Gedenkstein aufgestellt.

Sein Mörder wurde im September 1946 von der Großen Strafkammer des Landgerichts Frankenthal zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt.

   

Nach den Aufzeichnungen des früheren Bürgermeisters und Augenzeugen der Tat, Günther Janson