Ilse Lewin, geb. Jacob, Ludwigshafen-Rheingönheim

HIER WOHNTE
ILSE LEWIN
GEB. JACOB
JG. 1908
FLUCHT 1938
BOLIVIEN
ÜBERLEBT

StolpersteinstraßeHauptstr. 246
StolpersteinortLudwigshafen-Rheingönheim
Jahr der Verlegung2008
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameLewin, geb. Jacob
VornameIlse
Geburtstag27. Mai 1908
GeburtsortRüdesheim
FamilienstandVerheiratet mit Erich Lewin, ein Sohn Harry, eine Tochter Ruth
Berufunbekannt
Schicksal1939 Flucht nach Bolivien
Sterbedatum11. Dezember 2002
SterbeortFrankfurt

Biographie

Ilse Lewin, geb. Jacob, war die jüngste Tochter des Rheingönheimer Kantors Josef Jacob und seiner Frau Klara. Der Lebenslauf und das Schicksal der Familie sind verzeichnet in der Biographie von Josef Jacob.

Ilse wurde am 27. Mai 1908 in Rüdesheim geboren. 1911 zog sie mit ihrer Familie ins damals noch selbstständige Rheingönheim, wohin ihr Vater als Kantor berufen worden war.  Am 16. Oktober 1934 heiratete sie den Berliner Kaufmann Erich Lewin. Nach der Pogromnacht 1938 gelang es der jungen Familie, gerade noch ein Visum nach Lateinamerika zu erhalten. Anfang 1939 floh Ilse Lewin mit ihrem Mann und dem kleinen Sohn Harry von Berlin-Moabit aus nach Bolivien. Nach einem kurzen Aufenthalt unter schlechten Lebensverhältnissen im bolivianischen Hochland reisten die Lewins weiter nach Chile.

Dort fand die Familie bessere Bedingungen vor. Das Ehepaar gründete ein Unternehmen in der Lederbranche, wo Erich Lewin sich um die Produktion und seine Frau Ilse sich um den Verkauf kümmerte. 1940 kam Tochter Ruth zur Welt.
1972 entschloss sich das Ehepaar Lewin, nach Deutschland zurückzukehren. Sie übergaben das Familienunternehmen an Sohn Harry, Tochter Ruth hatte sich inzwischen nach Israel  verheiratet. Sie zogen in die Nähe der Stätte von Ilse Lewins Kindheit, nach Mannheim. Dort war die Tochter von Josef Jacob Mitbegründerin des jüdisch-christlichen Gesprächskreises und leitete die jüdische Frauenorganisation Wizo.

Nach dem Tod ihres Mannes zog Ilse Lewin in das Altenheim der Budget-Stiftung in Frankfurt. Im Jahr 2001 besuchte sie Rheingönheim zum letzten Mal in Begleitung ihrer Tochter Ruth Ezrahe, als der Platz am protestantischen Pfarrhaus nach ihrem Vater, Kantor Josef Jacob, benannt wurde.

Am 11. Dezember 2002 verstarb Ilse Lewin in Frankfurt und wurde einen Tag später auf dem jüdischen Friedhof in Mannheim bestattet.