Friedrich Kirn, Ludwigshafen

Friedrich Kirn

HIER WOHNTE
FRIEDRICH KIRN
JG. 1904
IM WIDERSTAND
„ASSELSTEINER“
VERHAFTET 1934
GEFÄNGNIS NÜRNBERG
1936 DACHAU
ENTLASSEN 1937

StolpersteinstraßeBenckiserstraße 75
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2018
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameKirn
VornameFriedrich
Geburtstag6. März 1904
GeburtsortLudwigshafen
Familienstandverheiratet, eine Tochter
BerufInstallateur
SchicksalVerurteilt wegen Hochverrat, KZ Dachau
Sterbedatum2. März 1960
Sterbeort

Biographie

Friedrich Kirn gehörte zu der Gruppe der "Asselsteiner". Sie bestand aus Mitgliedern der von den Nationalsozialisten verbotenen Parteien SPD und SAPD und hatte das Ziel, illegal Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur zu organisieren.

Friedrich Kirn, von den meisten Fritz genannt, wurde am 6. März 1904 in Ludwigshafen geboren. Er hatte noch sechs Schwestern und zwei Brüder. Er lernte Installateur. 1928 trat er in die freireligiöse Gemeinde Ludwigshafen ein. 1930 findet sich in der Polizeiakte von München der Hinweis, dass er in den Vorsitz des "Reichsbanners", Ortsgruppe Ludwigshafen als Jungbannerführer gewählt wurde.

Als aktiver SPDler wurde er von seiner Partei noch aufgestellt auf der Liste der Stadtratskandidaten, die im April 1933 nach dem Gleichschaltungsgesetz vom März 1933 be­stimmt wurde. Am 30. Juni gleichen Jahres wurde er verhaftet und bis 6. Juli des Jahres in Schutzhaft gehalten.

Nach seiner Entlassung unterstützte er die entstehenden illegalen Aktivitäten der SPD in jenem Kreis von Genossen, der nach seinem Treffpunkt "die Asselsteiner" genannt wur­de. Dort wurden illegale Gruppen organisiert und die Verteilung eines Flugblattes vorbe­reitet, das dann später weit verteilt wurde. Das Netzwerk flog allerdings auf und die Beteiligten, darunter Friedrich Kirn, wurden wegen Hochverrats angeklagt. Kirn kam am 24. September 1934 in Untersuchungshaft und wurde am 17. Mai 1935 vom Ober-landesgericht München zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Diese verbrachte er im Gefängnis in Nürnberg. Von dort wurde er nach Verbüßung seiner Haft­strafe, auf die ein Teil der Untersuchungshaft angerechnet wurde, ins KZ Dachau ge­bracht. Nach etwas mehr als einem Jahr wurde er am 27. 8. 1937 aus dem Lager entlas­sen.

Inzwischen hatte er seinen Arbeitsplatz verloren und fand einen anderen nur in Mann­heim. Er wurde später als Soldat eingezogen, kam in französische Gefangenschaft, aus der er am 1. Mai 1947 entlassen wurde mit dem Vermerk "Victime du nazisme".

1948 wurde er in den ersten wieder demokratisch gewählten Stadtrat von Ludwigshafen gewählt.

Für seine Familie und ihn waren die Jahre des nationalsozialistischen Regimes auch des­wegen sehr hart, weil Kirn am 24. 12. 1932 geheiratet hatte, und seine Tochter am 19.9. 1934 geboren wurde, wenige Tage vor seiner zweiten Verhaftung. Er sah sie erst nach seiner Rückkehr wieder. Aus Gestapoakten geht hervor, dass er in den Jahren nach sei­ner Entlassung aus dem KZ wie viele seiner Mitstreiter vom Asselstein weiterhin beobachtet wurde.

Friedrich Kirn starb nach schwerer Krankheit am 2. März 1960.