Dr. Otto Friedrich Meyer, Ludwigshafen

Dr. Otto Friedrich Meyer

HIER WOHNTE
DR. OTTO F. MEYER
JG. 1906
IM WIDERSTAND / SAP
FLUCHT 1937 NORWEGEN
1940 SCHWEDEN

StolpersteinstraßeIn den Aspen 24
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2018
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameMeyer
VornameDr. Otto Friedrich
Geburtstag18. April 1906
GeburtsortLudwigshafen
FamilienstandVerheiratet 1934 - Geschieden 1944
BerufJurist
SchicksalFlucht 1937 nach Norwegen, später Schweden
Sterbedatum16. Mai 1992
SterbeortMüllheim (Baden)

Biographie

Otto Friedrich Meyer wird am 18. April 1906 in der Gräfenaustraße 10 in Ludwigshafen geboren. Er absolviert eine kaufmännische Ausbildung, macht 1929 auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur und studiert dann in Heidelberg Jura. Seit 1927 ist er Mitglied der SPD.

Ottos Eltern sind geschieden. Seine Mutter hat danach wieder geheiratet. Der Stiefvater Valentin Fick lässt Ende der 1920er Jahre das Haus "In den Aspen 24" bauen. Die Familie zieht dort ein, und bald darauf auch seine Freundin Dina Frank. Otto und Dina haben sich bei der Arbeit für die SPD kennengelernt; 1932 treten sie beide zur „Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP)“ über. Im März 1933 verhelfen sie dem polizeilich gesuchten Max Diamant zur Flucht nach Straßburg.                                            

"Unmittelbar nach Hitlers Machtübernahme begann die illegale Arbeit. Ihre Wohnung wurde ein Treffpunkt verschiedener Oppositioneller und Antifaschisten, vor allem aus der SAP. Zu Dinas Aufgaben gehörte, auf Matrizen die Erfahrungen niederzuschreiben, die Genossen aus ihrer Kenntnis der Rüstungsindustrie sowie aus den politischen Ereignissen im Nazideutschland gesammelt hatten. Diese Mitteilungen gingen dann auf illegalen Wegen an Parteistellen im Ausland und wurden ebenfalls illegal an Parteifreunde in Deutschland in einer Art Kurierdienst weitergegeben. Auch Flugblätter wurden in der Wohnung verfasst und dann von den Genossen verteilt."
(IG Metall – Mitteilungen für Frauen, 1981)

Am 12. Juni 1934 heiraten Dina und Otto Meyer in Ludwigshafen.
1936 nimmt die Verfolgung durch die Gestapo zu. In einem Brief an die Exil-Zentrale der SAP in Paris schreibt Otto Meyer: "In meiner Abwesenheit bekam ich von meiner Frau die Nachricht, dass die über mir wohnende Frau in Lu von 2 Männern ausgefragt wurde, was ich so treiben würde."

Dina und Otto Meyer flüchten schließlich nach Norwegen. In Oslo arbeiten sie in der Exil-Gruppe der SAP mit dem späteren Bundeskanzler Willy Brandt zusammen. 1940, als Norwegen von der Wehrmacht besetzt wird, müssen sie nach Schweden weiter fliehen.

In Schweden wird das Paar 1944 geschieden. Otto Meyer geht nach Kriegsende zurück nach Deutschland. Er arbeitet einige Jahre als Redakteur der RHEINPFALZ, dann bewirbt er sich beim Auswärtigen Amt und wird schließlich Konsul der Bundesrepublik in Malmö/Schweden. Er stirbt 1992.

Andreas Berlin