Dina Berner, geb. Frank, Ludwigshafen

Dina Berner, geb. Frank

HIER WOHNTE
DINA BERNER
GEB. FRANK
JG. 1906
IM WIDERSTAND / SAP
FLUCHT 1937 NORWEGEN
1940 SCHWEDEN

StolpersteinstraßeIn den Aspen 24
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2018
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameBerner, geb. Frank
VornameDina
Geburtstag4. Februar 1906
GeburtsortFrankenthal
FamilienstandZweimal verheiratet und wieder geschieden
BerufKontoristin
SchicksalFlucht 1937 nach Norwegen, später Schweden
Sterbedatum25. Juli 1986
SterbeortFrankfurt am Main

Biographie

Dina Frank wird am 4. Februar 1906 in Frankenthal geboren. Die Familie zieht bald nach Ludwigshafen. 1921, mit 15 Jahren, arbeitet Dina als Kontoristin und wird Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, der Jugendorganisation der SPD.

Bei der Arbeit für die SPD lernt sie Otto Meyer kennen. 1931 zieht sie zu ihm in das Haus seines Stiefvaters: In den Aspen 24. 1932 treten sie beide zur "Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP)" über. Im März 1933 verhelfen sie dem polizeilich gesuchten Max Diamant zur Flucht nach Straßburg.                                         

"Unmittelbar nach Hitlers Machtübernahme begann die illegale Arbeit. Ihre Wohnung wurde ein Treffpunkt verschiedener Oppositioneller und Antifaschisten, vor allem aus der SAP. Zu Dinas Aufgaben gehörte, auf Matrizen die Erfahrungen niederzuschreiben, die Genossen aus ihrer Kenntnis der Rüstungsindustrie sowie aus den politischen Ereignissen im Nazideutschland gesammelt hatten. Diese Mitteilungen gingen dann auf illegalen Wegen an Parteistellen im Ausland und wurden ebenfalls illegal an Parteifreunde in Deutschland in einer Art Kurierdienst weitergegeben. Auch Flugblätter wurden in der Wohnung verfasst und dann von den Genossen verteilt."
(IG Metall – Mitteilungen für Frauen, 1981)

Am 12. Juni 1934 heiraten Dina und Otto Meyer in Ludwigshafen.
1936 nimmt die Verfolgung durch die Gestapo zu. In einem Brief an die Exil-Zentrale der SAP in Paris schreibt Otto Meyer: "In meiner Abwesenheit bekam ich von meiner Frau die Nachricht, dass die über mir wohnende Frau in Lu von 2 Männern ausgefragt wurde, was ich so treiben würde."

Dina und Otto Meyer flüchten schließlich nach Norwegen. In Oslo arbeiten sie in der Exil-Gruppe der SAP mit dem späteren Bundeskanzler Willy Brandt zusammen. 1940, als Norwegen von der Wehrmacht besetzt wird, müssen sie nach Schweden weiter fliehen. Dort wird das Paar 1944 geschieden.

Dina heiratet den Schweden Rudolf Berner und lebt bis 1956 in Solna bei Stockholm. Dann geht sie nach Frankfurt und arbeitet in der Zentrale der IG Metall. Dort spielt sie eine wichtige Rolle beim Aufbau der gewerkschaftlichen Frauenarbeit. Sie stirbt 1986 in Frankfurt.

Andreas Berlin