Georg Pister, Ludwigshafen

Georg Pister
Aufnahme im Zuchthaus Waldheim 1942

HIER WOHNTE
GEORG PISTER
JG. 1897
IM WIDERSTAND / KPD
VERHAFTET 6.11.1938
VERDACHT HOCHVERRAT
MEHRERE GEFÄNGNISSE
1943 EBENSEE
BEFREIT
TOT 27.5.1945

StolpersteinstraßeLudwigsplatz 6
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2016
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnamePister
VornameGeorg
Geburtstag22. August 1897
GeburtsortLudwigshafen
Familienstandverheiratet, eine Tochter
BerufRheinschiffer
SchicksalZuchthaus, KZ Mauthausen, KZ Ebensee
Sterbedatum27. Mai 1945
SterbeortAlt-Aussee

Biographie

Georg Pister war seit seiner Kindheit freireligiös und wie mehrere seiner Geschwister politisch interessiert. Er wurde am 22. 8. 1897 geboren, nach vier Jahren Volksschule und vier Jahren Oberrealschule zuerst im Büro tätig, zog es ihn früh aufs Schiff. Er war Soldat im ersten Weltkrieg. Nach Anheuerungen auf englischen und  französischen Schiffen befuhr er schließlich den Rhein und Lebensmittelpunkt wurde wieder Ludwigshafen.  Er hatte 1919 geheiratet, bekam eine Tochter. 1931 trat er in die KPD ein und 1938 wurde er Mitglied im Kommunistischen Rheinschifferverband, der seinen Sitz in Straßburg hatte. Er brachte kommunistische Schriften gegen Hitler aus Antwerpen nach Deutschland und warb für den Rheinschifferverband und berichtete ihm über die Aufmärsche der deutschen Armee an der französischen Grenze.

Am 6. 11. 1938 wurde er in Kehl verhaftet. Sein Prozeß fand vor dem Volksgerichtshof in Berlin statt. Dort wurde er zu vier Jahren Zuchthaus wegen Hochverrat lebenslänglichem Zuchthaus wegen Landesverrat und Aberkennung der bürgerlichen Rechte auf Lebenszeit verurteilt. Ab 13. 11. 1943 war er nach Aufenthalt in verschiedenen Gefängnissen im KZ Mauthausen, dort zweitweise in den Außenlagern Wels II und Ebensee.

Während seiner Haft starb seine Tochter und seine Ehefrau ließ sich scheiden, wobei sie im Prozess gegen ihn ausgesagt hatte.

 Ab 1944 verlor die Familie – er hatte im Briefwechsel mit seinem Bruder Wilhelm und dessen Ehefrau Josefine und weiteren Geschwistern gestanden – den Kontakt mit ihm und ging von seiner Ermordung im KZ aus. Georg Pister aber erlebte in Ebensee die Befreiung dieses KZs durch die US-Streitkräfte am 6. Mai 1945. Er wurde am 22. Mai 1945 ins Lazarett Alt-Aussee gebracht und verstarb dort am 27. Mai 1945. Später wurden seine Gebeine zusammen mit denen anderer Häftlinge exhumiert und auf den Gedenkfriedhof  der Gedenkstätte KZ Ebensee beigesetzt.

Renate Bauer