Paul Liebel, Ludwigshafen-Mundenheim

Paul Liebel

HIER WOHNTE
PAUL LIEBEL
JG. 1900
IM WIDERSTAND / KPD
"SCHUTZHAFT" 1933
DACHAU
ENTLASSEN 1934
VON GESTAPO
ÜBERWACHT

StolpersteinstraßeLandeckstraße 37
StolpersteinortLudwigshafen-Mundenheim
Jahr der Verlegung2016
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameLiebel
VornamePaul
Geburtstag23. Dezember 1900
GeburtsortNürnberg
Familienstandverheiratet
BerufArbeiter, Gewerkschaftsfunktionär
SchicksalKZ Dachau, überlebt
Sterbedatum14. November 1963
SterbeortLudwigshafen

Biographie

Paul Liebel kam am 23. Dezember 1900 in Nürnberg zur Welt. Schon früh war er gewerkschaftlich aktiv und wurde 1924 nach dem Streik zur Beibehaltung des 8-Stunden-Tages in der BASF als "Rädelsführer" entlassen. Am 17. September 1931 trat er der KPD bei. Bereits am 10. März 1932 fand eine erste Hausdurchsuchung bei ihm statt. Als "einer der eifrigsten KPD-Funktionäre der Stadt und Leiter der Betriebszelle der kommunistischen RGO der Firma Raschig" wurde er am 30.06.1933 In Schutzhaft genommen und anschließend ins KZ Dachau überführt. Nachdem er am 15. Februar 1934 "probeweise" entlassen wurde, stand er weiterhin unter Polizeiaufsicht. Wegen "Groben Unfugs" - Nichtzeigen des Hitlergrußes - verurteilte man ihn am 11.06.1937 zu einer Geldstrafe von 20 Reichsmark, ersatzweise vier Tage Haft.

Ab dem 27. April 1945 betätigte er sich als Mitglied des Ludwigshafener Bürgerkomitees und war Vorsitzender der Gewerkschaft Chemie in Ludwigshafen und Mitglied der pfälzischen Bezirksleitung der KPD. Ab 1946 war er in unterschiedlichen Funktionen tätig, als Mitglied der Landesleitung der KPD Hessen-Pfalz, ab 1949 der Landesleitung der KPD in Rheinland-Pfalz und bis 1963 Mitglied des Stadtrates in Ludwigshafen. Im März 1947 wurde er als Vorsitzender der Gewerkschaft Chemie abgewählt, anschließend jedoch als hauptamtlicher Sekretär eingestellt. Am 7. April 1951 trat er aus der KPD aus, nachdem ihn die Partei zur Niederlegung seines Stadtratmandates aufgefordert hatte. Die KPD warf Liebel vor, dass er die auf Gewerkschaftsspaltung hinauslaufende offizielle Parteilinie nicht mehr vertrat.  Am 25. Februar 1952 trat er der SPD bei.

Paul Liebel starb am 14. November 1963 in Ludwigshafen.

Dr. Klaus J. Becker