Friedrich Schott, Ludwigshafen

Friedrich Schott

HIER WOHNTE
FRIEDRICH SCHOTT
JG. 1905
IM WIDERSTAND / SPD
„SCHUTZHAFT“ 1933
GEFÄNGNIS LUDWIGSHAFEN
FLUCHT 1934 FRANKREICH
1942 VERHAFTET / ZURÜCK
GEFÄNGNIS ROTTENBURG
ENTLASSEN 1944

StolpersteinstraßeMaxstraße 65
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2019
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameSchott
VornameFriedrich
Geburtstag5. Oktober 1905
GeburtsortLudwighafen
FamilienstandVerheiratet, 3 Kinder
BerufDreher
SchicksalFlucht und Gefängnis
Sterbedatum6. Oktober 1969
SterbeortLudwigshafen

Biographie

Friedrich Schott wurde am 5.10. 1905 in Ludwigshafen geboren. Er hatte noch vier Geschwister.  Schon sein Vater war politisch engagiert in der SPD. Friedrich Schott lernte Dreher und war – unterbrochen von arbeitslosen Zeiten – für verschiedene Ludwigshafener Firmen tätig. 1930 heiratete er Christine Hertsch.

Schon als Jugendlicher war F. Schott politisch aktiv, zuerst in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ), danach bei der SPD selbst.  1927 fand er eine Anstellung als Hausmeister bei der „Pfälzischen Post“, der Zeitung der SPD. Im gleichen Jahr kam er auch in den Stadtrat Ludwigshafen.  In seiner Partei, bei den Freidenkern Ludwigshafens und bei den Naturfreunden  hatte er Ämter übernommen. Schon 1921 war er in die Gewerkschaft der Metallarbeiter eingetreten und fungierte bis zu deren erzwungener Auflösung durch die Nazis als Vertrauensmann. 1935 kam sein Sohn Friedrich jun. zur Welt.

Gleich im März 1933, nach dem Sieg der NSDAP bei den Reichstagswahlen war Schott bereit, bei der illegalen Organisation der SPD mitzuarbeiten. Dafür kam er ab März bis Juni 1933 in Schutzhaft. Nach seiner Entlassung gründete er mit Unterstützung schon emigrierter Genossen in der Pfalz eine Widerstandsgruppe.  Nach ihrem ersten Treffpunkt im Mai 1934 an einem Felsenturm in der Nähe von Annweiler wurde diese Gruppe als „Asselsteiner“ bekannt. Zu dieser Gruppe gehörten Personen aus Ludwigshafen wie Fritz Kirn und Oskar Tremmel, dazu mehrere aus Speyer und Landau. Die Gruppe verteilte ein Flugblatt und warb weitere Mitstreiter an, die  mit illegalem Material der Exilleitung der SPD versorgt wurden.

Im September 1934 flog die Gruppe auf, viele Mitglieder wurden verhaftet.  Friedrich Schott gelang die Flucht zuerst ins Saarland, das er nach der Rückkehr des Saarlands ins Deutsche Reich 1935  verlassen musste. Er ging nach Frankreich, wo er sich mit verschiedenen Arbeiten durchschlug, bis er durch Friedrich Wilhelm Wagner, emigrierter SPD-Reichstagsabgeordneter, Unterstützung erhielt. 1937 kam seine Frau mit Sohn nach Frankreich. Mit Kriegsbeginn wurde die Familie nach Nieuil evakuiert. Dort wurde 1940 die Tochter Marguerite geboren. Noch im gleichen Jahr wurde Schott von der Laval-Regierung wegen seiner antifaschistischen Haltung interniert. Im Juni 1942 wurde er nach Deutschland ausgeliefert  und dort wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, die er in Rottenburg am Neckar absitzen musste.  Eine schwere Erkrankung, die auch zur körperlichen Behinderung führte, sorgte für eine frühere Entlassung 1944. Seine Familie war inzwischen wieder nach Ludwigshafen gekommen, wo sie unter schwierigen Umständen zurechtkommen mussten. 1946 wurde in Ludwigshafen die Tochter Erika geboren.

Gleich nach Kriegsende beteiligte sich Schott an der Wiedergründung der SPD. Arbeit fand er als Leiter des Wohnungsamtes in Ludwigshafen, und später als Sozialreferent der Bezirksregierung. 1946 wurde er Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Ludwigshafen bis 1951. Auch danach hatte er Ämter in Partei und AWO inne.

Am 6. Oktober 1969 verstarb Friedrich Schott in Ludwigshafen.

Renate Bauer