Franz Kayser, Ludwigshafen-Friesenheim

HIER WOHNTE
FRANZ KAYSER
JG. 1890
VERHAFTET 1941
"STAATSFEINDLICHE HETZE"
ERMORDET 1942 IN
RAVENSBRÜCK

StolpersteinstraßeHohenzollernstr. 53
StolpersteinortLudwigshafen-Friesenheim
Jahr der Verlegung2011
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameKayser
VornameFranz
Geburtstag10. November 1890
GeburtsortBörrstadt
FamilienstandVerheiratet mit Pauline, vier Söhne, eine Tochter
BerufInhaber eines Milchgeschäfts
Schicksal1941 verhaftet, zunächst in Ludwigshafen im Gefängnis, dann im KZ Dachau, später ins Männerlager Ravensbrück verlegt
Sterbedatum16. März 1942
SterbeortKZ Ravensbrück

Biographie

Franz Kayser wurde am 10. November 1890 in Ludwigshafen geboren. Seine
Frau Pauline gebar ihm vier Söhne und eine Tochter. In der Hohenzollernstraße 53 unterhielt der Friesenheimer mit seiner Frau ein Milch- und Käsegeschäft. Die Familie wohnte auch in diesem Haus
Seit 1934 stand Franz Kayser unter Beobachtung der Gestapo. Franz Kayser muss ein früher Gegner des NS-Staates gewesen sein. Seine Kinder schickte er sonntags in die Kirche statt zum HJ-Aufmarsch. Kayser wurde laut Aktenlage auch mit der Bewegung Freie Pfalz in Verbindung gebracht.
Am 16. Juli 1941 wurde Franz Kayser in seinem Milchgeschäft verhaftet, unter anderem auf Grund einer Denunziation eines benachbarten Polizeischutzmannes. Er wurde in das Stadtgefängnis von Ludwigshafen in der Friedrich-Heene-Straße eingeliefert und nach einem Schnellverfahren am 17. September 1941 zwangsweise nach Dachau bei München gebracht, wie die meisten Pfälzer.
Schon am 17. November 1941 muss er nach Aktenlage im Männerlager Ravensbrück eingeliefert gewesen sein. Dort trug er nach Auskunft der Gedenkstätte Ravensbrück die Häftlingsnummer 1003.
Am 16. März 1942 wurde Franz Kayser Opfer der mörderischen Haftbedingungen und starb im Alter von 52 Jahren. In einer Zeit, da die Nazis noch an ihren Endsieg glaubten, bekam seine Familie die Urne, seine Habseligkeiten und eine entsprechende Rechnung per Post zugeleitet. Offizielle Todesursache: Unterernährung - was man auch als Verhungern bezeichnen kann.
In der städtischen Liste der Opfer des Faschismus vom 27. August 1947 taucht er als No. 21 von 148 auf und seiner Familie wird ein Entschädigungsrecht zugesprochen.
1955 endet ein erweitertes, von seiner Frau Pauline angestrengtes Wiedergutmachungsverfahren mit einem unbefriedigenden Vergleich. Neben diesem Wiedergutmachungsverfahren mussten die Angehörigen noch jahrzehntelang einen Eintrag des Ermordeten im Bundesregister für Vorstrafen erdulden.
Das Grab Franz Kaysers und seiner Frau Pauline existiert nicht mehr.

Recherchiert von Bernhard Wadle-Rohe, Frühjahr 2011.