Karl Nord, Ludwigshafen

Karl Nord

HIER WOHNTE
KARL NORD
JG. 1912
IM WIDERSTAND
VERHAFTET 1938
ZUCHTHAUS LUDWIGSBURG
1943 STRAFBATAILLON 999
ÜBERLEBT

StolpersteinstraßeMundenheimer Str. 245
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2011
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameNord
VornameKarl
Geburtstag10. Januar 1912
GeburtsortLudwigshafen
FamilienstandVerheiratet mit Johanna, geb. Köhler
Beruf
SchicksalMehrfach verhaftet, wegen Hochverrats verurteilt. Im Strafbataillon 999 an der Front
Sterbedatum11. April 2003
SterbeortFrankfurt

Biographie

Karl Nord wurde am 10. Januar 1912 in Ludwigshafen geboren und stammt aus einer Arbeiterfamilie. Er besuchte acht Jahre lang die Volksschule und arbeitete dann als Laborant.

Ab dem Alter von 14 Jahren engagierte er sich in der Sozialistischen Arbeiterjugend. 1927 schloss er sich der Freireligiösen Gemeinde ein. 1932 trat er der Sozialistischen Arbeiterpartei bei und wurde 1933 Mitglied in der Widerstandsorganisation der SAP in
Südwestdeutschland.

Am 8. September 1938 wurde er wegen seiner Aktivitäten inhaftiert. Karl Nord wurde im Juni 1939 vom im Mannheimer Schloss tagenden „Volksgerichtshof“ wegen Hochverrats zu
drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Seine Entlassung war am 7. Oktober 1941.
Darüber schrieb er selbst: „Ich war frei. Von der Sonne geblendet, schaute ich in den Horizont; keine Gestapo hatte mich empfangen. Nun konnte es nur noch aufwärts mit mir gehen.”

Doch am 4. Januar 1943 wurde Karl Nord zum Wehrdienst ins „Bewährungs“-Bataillon 999 eingezogen. 1945 war er für vier Monate in britischer Kriegsgefangenschaft, danach kehrte Karl Nord nach Ludwigshafen zurück.
Noch im gleichen Jahr wurde er Mitglied in der SPD und heiratete am 24. Oktober 1945 Johanna, geborne Köhler. Ab dem 1. November 1945 leistete er als Leiter des Kultur- und Presseamtes der Stadt Ludwigshafen Pionierarbeit. Bis 1978 war er Vorsitzender der Theatergemeinde. Genauso engagierte er sich in der Städtischen Musikschule, für die er  den Grundstein mit legte.
Karl Nord plante Veranstaltungen im Ebertpark und organisierte zahlreiche Kunstausstellungen. Von 1969 bis 1973 war er Gemeindevorsteher der Freireligiösen Gemeinde Ludwigshafen.

1977 ging Karl Nord in den Ruhestand. Er wurde für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und 1982 zum Ehrenmitglied der Theatergemeinde im Pfalzbau ernannt. 1998 wurde er dann für sein jahrzehntelanges Engagement mit
dem Maximilianstaler der Stadt Ludwigshafen geehrt. Am 11. April 2003 starb Karl Nord im Alter von 91 Jahren in Frankfurt.
Über seine Erlebnisse hat Karl Nord das Buch „Im Kampf gegen das Unrecht und für die Freiheit“ geschrieben.

Recherchiert von der Freireligiösen Gemeinde Ludwigshafen, Frühjahr 2011