Josephine-Pauline Pister geb. Wagner, Ludwigshafen

Josephine-Pauline Pister geb. Wagner


HIER WOHNTE
JOSEPHINE PISTER
GEB. WAGNER
JG. 1895
MEHRMALS „SCHUTZHAFT“
GEFÄNGNIS LUDWIGSHAFEN
ÜBERLEBT

StolpersteinstraßeLeistadter Str. 7
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2011
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnamePister geb. Wagner
VornameJosephine-Pauline
Geburtstag4. November 1895
GeburtsortLudwigshafen
FamilienstandVerheiratet mit Wilhelm Pister
Beruf
SchicksalMehrfach aus politischen Gründen verhaftet
Sterbedatum1. Januar 1981
SterbeortLudwigshafen

Biographie

Die Stadträtin (1929-1933) Josefine-Pauline Pister wurde am 4. November 1895 geboren. Sie war aktives Mitglied der KPD und von 1929 bis 1933 Mitglied des Ludwigshafener Stadtrates, als erste Frau überhaupt. 1930 war Josephine Pister Mitglied der erweiterten Bezirksleitung der KPD. 1933 kandidierte sie für den Reichstag.

Vom 3. März bis 1. April 1933 wurde sie aufgrund ihrer politischen Aktivitäten in „Schutzhaft“ genommen. In der Folge wurde sie immer wieder für kurze Zeit inhaftiert.

Nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ war sie 1946 erneut Stadtratskandidatin der KPD für Ludwigshafen. 1960 engagierte sie sich als Mitglied der verbotenen Wählergruppe „Vollmer“, die als Nachfolgeorganisation der KPD agierte. 1969 schließlich wurde sie Mitglied der DKP.

Ihr politisches Engagement zeigte sich unter anderem darin, dass sie sich als Stadträtin in einer öffentlichen Sitzung im Jahr 1931 nachdrücklich dagegen wehrte, dass die Anträge der KPD, mit denen gegen die Notverordnung des Reichspräsidenten Protest eingelegt werden sollte, nicht zur Beratung angenommen wurden. Ihr Verhalten wurde als „unweibliches Verhalten“ eingestuft und sie wurde des Saales verwiesen.

Aus Josephine Pisters Tagebuch geht hervor, dass sie sich bis ins hohe Alter kritisch mit der aktuellen Tagespolitik auseinander setzte, aber ebenso zeigt sich aus ihren Aufzeichnungen ihr Interesse an den täglichen Dingen des Lebens. Ihre Briefverbindungen reichten bis nach Amerika.

Ihr Mann Wilhelm Pister war ebenfalls Mitglied der KPD. Dessen Bruder Georg Pister wurde aufgrund seiner politischen Einstellung, nachdem er von seiner Frau Elisabeth an die Gestapo ausgeliefert wurde, im Konzentrationslager Mauthausen 1944 ermordet.

Josephine Pister starb am 1. Januar 1981 in Ludwigshafen.

-> Bericht über die Teilnahme von Schülern der Berufsbildenden Schule Technik 1 an Recherche und Verlegung

Recherchiert von der Freireligiösen Gemeinde Ludwigshafen, Frühjahr 2011