Martha Müller, Ludwigshafen

Martha Müller

HIER WOHNTE
MARTHA MÜLLER
GEB. WEISS
JG. 1901
GEDEMÜTIGT / ENTRECHTET
ÜBERLEBT

StolpersteinstraßeMaxstr. 59
StolpersteinortLudwigshafen
Jahr der Verlegung2011
StolpersteininitiativeLudwigshafen

Persönliche Daten

NachnameMüller
VornameMartha
Geburtstag30. Oktober 1901
GeburtsortLudwigshafen
Familienstandverheiratet mit Herbert Müller
BerufHaushaltshilfe
Schicksalentrechtet, gedemütigt
Sterbedatum12. November 1998
SterbeortLudwigshafen

Biographie

Martha Müller, geborene Weiß, wurde am 30. Oktober 1901 in Ludwigshafen
geboren. Sie stammte aus einer großen freireligiösen Familie und arbeitete als Haushaltshilfe, um die Geschwister zu unterstützen. Sie starb am 12. November 1998 im Alter von 97 Jahren.

Am 2. Juni 1923 heirateten Herbert und Martha Müller und sie bekamen 2 Söhne. Seit 1928 war Herbert Mitglied im Bayerischen Landtag und zusätzlich seit 1929 im Stadtrat von Ludwigshafen. Am 2. Mai 1933 wurde er verhaftet als Leiter der illegalen Arbeit der KPD. Ab 1. Juli 1933 bis 3. April 1935 war er im KZ Dachau inhaftiert. Nach erneuter illegaler Arbeit floh er 1936 nach Frankreich. Er nahm am spanischen Bürgerkrieg 1937 teil. Ab 1938 lebte er unter falschen Namen wieder in Frankreich, jedoch teilweise interniert. 1945 kehrte er nach Ludwigshafen zurück.

Ab 1947 war er wieder für die KPD im Landtag und ein Jahr später wieder im Stadtrat. 1949 trat Herbert zur SPD über. 1969 schied er aus dem Stadtrat aus und 1971 aus dem Landtag. 1983 wurde er Ehrenbürger der Stadt Ludwigshafen, zuvor erhielt er das Bundesverdienstkreuz und andere Ehrungen. Er war von 1973 bis 1985 „Patientenfürsprecher“ am Städtischen Klinikum Ludwigshafen, seine Mitarbeit bei den Vereinen in Friesenheim und der Arbeiterbewegung führte er bis ins hohe Alter fort. Wie seine Frau war er Mitglied der Freireligiösen Gemeinde.

Martha Müller hatte seit der Verhaftung ihres Mannes sehr schlechte Lebensbedin-gungen. Sie erhielt keinerlei staatliche Unterstützung für sich und ihre Söhne. Sie konnte auch wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ keine Arbeit finden, stattdessen verlangte man die Scheidung. Nach der Flucht von Herbert bekam sie oft für lange Zeit keine Nachricht von ihm wie er von ihr. Sie und die Söhne überlebten durch die Unterstützung ihrer Familie.