Erinnerungen aufpolieren!

In der ersten Novemberhälfte hatten wir wieder dazu aufgerufen, die in Ludwigshafen verlegten Stolpersteine zu reinigen. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck übernahm die Schirmherrschaft für diese Mitmach-Aktion. Bei den Stolpersteinen vor dem Amtsgericht griff sie selbst zu Bürste und Schwamm. Wir freuen uns nach wie vor über Fotos von frisch geputzten Stolpersteinen an die Adresse info@lu-stolpersteine.de. 

Ein Container als Geschichtslab

Und noch eine Mitmach-Aktion: Im November wurde auch wieder der Container vor dem Kulturzentrum DasHaus als "Geschichtslab" genutzt. Hier konnten Passanten Stolperstein-Inschriften in eine Audio-Datei einsprechen. Die Dateien sollen zukünftig in Ausstellungen verwendet werden.

Außerdem wird dazu aufgerufen, Ideen zu entwickeln, mit welchen künstlerischen Ausdrucksformen in Zukunft an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden kann. Dafür gibt es eine eigene Webseite:
-> buildingmemories.de/geschichtslab

Die Außenseite des Containers wurde von der Abschlussklasse der Höheren Berufsfachschule "Design und visuelle Kommunikation" der Berufsbildenden Schule Technik 2 in Ludwigshafen gestaltet.
-> Hier wird das Design-Projekt beschrieben

Stolpersteinverlegung und Gedenkfeier am 28.10.

-> Verlegeorte und Programm

Am Montag, 28. Oktober, hat der Künstler Gunter Demnig 23 Stolpersteine in verschiedenen Ludwigshafener Stadtteilen verlegt. Allein in der Maxstraße wurden sieben Stolpersteine verlegt, die an Menschen erinnern, die aus ganz unterschiedlichen Gründen unter den Nationalsozialisten zu leiden hatten: Die jüdische Familie Durlacher wurde 1938 nach Polen deportiert, Friedrich Schott war im Widerstand aktiv, und Otto Scheuerbrand wurde wegen seiner Homosexualität verfolgt.

Am Abend nach der Verlegung fanden ein Konzert und ein Empfang im Hack-Museum statt. Zur Begrüßung sprach Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck. "Lieder aus dem Lager" - eine Komposition von Jefferson Schoepflin - waren von Musikern der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Tristan Meister zu hören. Daran nahmen auch Nachkommen der verfolgten Ludwigshafener teil. Einige von ihnen reisten eigens für diesen Tag des Gedenkens aus Israel, England und der Schweiz an.

Erinnert wurde an diesem Abend auch an die Vertreibung von 166 polnisch-stämmigen Juden, die am 28. Oktober 1938 aus Ludwigshafen ausgewiesen wurden. Die so genannten „Ostjuden“ hatten in der Heinigstraße eine eigene Synagoge an der Stelle, wo heute die Staatsphilharmonie steht. Im Anschluss an die Veranstaltung im Hack-Museum wurde die Außenwand der Staatsphilharmonie mit alten Aufnahmen dieser Synagoge illuminiert.

"Der Kaiser von Atlantis" - eine Oper aus dem KZ Theresienstadt

In einer Lagerhalle an der Ludwigshafener Rheinallee wurde Anfang Dezember 2019 die im KZ Theresienstadt entstandene Kammeroper "Der Kaiser von Atlantis - Die Tod-Verweigerung" aufgeführt.

Eine Dokumentation des Opernprojekts gibt es jetzt auch in gedruckter Form. Das Heft enthält viele Bilder von den Proben und von der Umgestaltung der Rhenus-Halle zur Opernbühne. Es ist im Stadtarchiv in der Rottstraße 17 kostenlos erhältlich.